Ehemalige Volksschule

Schlossstraße 23
50°58`00.50“Nord 7°09`33.08“Ost
Ehemalige Volksschule. Die Schauseite des traufständigen, steinsichtigen Bruchsteingebäudes öffnet sich zur Schlossstraße hin. Sie gliedert sich in fünf Achsen und zwei Stockwerke. Dabei ist die mittlere Achse durch einen leicht hervorkragenden Mittelrisaliten betont.
zwischen 1821 und 1824, Umbau 1978
Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Schreiben vom 09.11.2015 an die Untere Denkmalbehörde der Stadt Bergisch Gladbach
Im Inneren ist nur wenig von der historische Substanz erhalten. Durch einen Umbau in den späten 1970er Jahren ist das historische Treppenhaus entfernt und durch eine Stahlkonstruktion ersetzt worden. Die historischen Holzbalkendecken wichen modernen Stahlbetondecken und der überwiegende Teil der historischen Oberflächen wurden erneuert. Dennoch haben sich die tragenden Bruchsteinwände erhalten, die die zugrunde liegende Grundrisskonzeption erfahrbar machen. Darüber hinaus markieren hochrechteckige Eichenholzrahmen, die in die Bruchsteinwände eingelassen sind, im Erdgeschoss sowie in Höhe des heutigen Treppenzwischenpodestes die historischen Öffnungen. Insbesondere im ehemaligen Obergeschoss lässt sich so die historische Gebäudestruktur und -aufteilung erahnen. Im Obergeschoss haben sich zudem die Fachwerkkonstruktionen in den Giebelseiten erhalten. Das Dachwerk ist grösstenteils erneuert; zum historischen Bestand zählen hier massive, bebeilte Überzüge, die vermutlich in der Vergangenheit dazu dienten, eine hieran befestigte Stuckdecke zu tragen. Ursprünglich war der Keller direkt vom Treppenhaus zugänglich, die Öffnung wurde jedoch verschlossen, sodass er heute nur noch von aussen zu betreten ist. Es handelt sich hierbei um eine grosse Tonnenkonstruktion in Längsrichtung, die aber nicht die gesamte Breite des Gebäudes unterkellert.

Geschichte: Ursprünglich als Volksschule errichtet, erlebte das Gebäude in der Folgezeit zahlreiche Umnutzungen, die repräsentativ für die kulturelle und sozialgeschichtliche Entwicklung Bensbergs sind. Die Schulnutzung dauerte bis 1879, daraufhin zog das Amtsgericht bis 1902 ein, gefolgt vom Bürgermeisteramt bis in das Jahr 1921. Bis 1930 wurde das Gebäude als landwirtschaftliche Schule genutzt, im Anschluss HJ-Heim (bis 1939). Es folgte eine kurze Nutzung als Ortskommandantur (bis 1940) und als Bauamt der Stadt Bensberg von 1952 bis 1958.

Nachdem das alte Pfarrhaus abgerissen worden war, diente die ehemalige Volksschule als solches und als Küsterwohnung. Daran schloss sich nach einer Zeit des Leerstandes die erneute Nutzung als Amtsgericht an, die mit den bereits beschriebenen baulichen Veränderungen einher ging, zumal das Gebäude aufgrund der Interimsnutzung als Jugendzentrum in einem desolaten baulichen Zustand war. Seit einiger Zeit wird das Gebäude privatwirtschaftlich genutzt.
Dietmar Weiß