geschichte.pfad

Historischer Wanderweg Sand

Nach einer Zeit des Sammelns und Forschens liegt nun das Büchlein zum Wanderweg Sand vor. Damit wollen wir zunächst einmal die Bewohner Sands erfreuen, die sicher noch einiges Neue über ihren Stadtteil erfahren können. Besonders interessant sind Wanderweg und Büchlein aber auch für Besucher von Bergisch Gladbach und ehemalige Sander, die heute in anderen Orten wohnen. Hier bietet sich das Büchlein z.B. als kleines (Weihnachts-) Geschenk an.
Aber auch viele, die in anderen Gladbacher Stadtteilen oder darüber hinaus wohnen, werden sicher gerne die Gelegenheit nutzen, um den Ortsteil Sand mit anderen Augen zu erleben.

Sie erhalten das Büchlein für 4,- € im GeschichteLokal in Bensberg, Eichelstraße 25. Es wird aber auch in verschiedenen Sander Geschäften und Gaststätten angeboten.

Von Links: Hans Mittler, Lektorat; Manfred Dasbach, Fotos und Recherche; Udo Harler, Text und Recherche; Max Morsches, Vorsitzender des BGV

Geschichte von Sand

Leseprobe

Die Ursprünge von Sand gehen auf Rodungen in Fränkischer Zeit zurück. In dieser Zeit (ab 800 n. Chr.) gehört Sand zum alten Deutzgau, der in etwa dem Dekanat Deutz entspricht. Ringsum entstehen erste größere Fronhöfe (Sander Hof?), die verdienten Kriegern, hier dem Ritter von Sand, als Lehen zugeteilt werden und den Ursprung der hiesigen Besiedelung bilden. Mit fortschreitenden Rodungen wächst dieses erste Siedlungszentrum. Neue Landstücke werden an Siedler und Nachkommen übertragen.

Die erste Erwähnung von Sand finden wir in einer Urkunde des Klosters Meer von 1225 mit den Brüdern Adolf und Heinrich von Sand als Siegelzeugen. Im Jahr 1269 ist Richard von Sand als bergischer Truchsess erwähnt.
Für die Einhaltung der Ordnung der landesherrlichen Höfe ist im Lehensverband das Hofgericht mit seinen Scheffen und Schultheißen zuständig, das mit dem Sander Hof von Anfang an verbunden ist. Das Sander Hofgericht untersteht der im Nachbarort Herrenstrunden angesiedelten Komtur des Johanniter-Ordens und hat schon vor der um 1294 gegründeten Kommende (Niederlassung eines Ritterordens) eine bedeutungsvolle Stellung.

Ursprünglich ist mit dem Sander Hof eine Eigenkirche verbunden; diese „Capella“ ist dem Ritter „vanme Sande“ zugehörig. Über diesen Kirchenbau ist wenig bekannt, es ist aber von einem mittelalterlich geprägten Bau mit Strohdach auszugehen. Der erste erwähnte Priester von Sand ist in einer Urkunde vom 7. Mai 1296 „Richard de Arena“ (Arena = Sand) genannt. Pfarrer „Heinrich vanme Sand“ wird 1374 erwähnt und ab dem 16. Jahrhundert sind die Pfarrer dann größtenteils mit Namen und Amtszeit bekannt. Die Gemeindemitglieder sind in den archivierten Taufbüchern und Heiratsregistern ab 1657 und in den Sterberegistern ab 1692 aufgeführt.

In den Jahren der industriellen Revolution verändert sich durch den Zuzug vieler Familien aus dem bäuerlichen Umfeld sowohl das Ortsbild wie auch das Sozialgefüge vom Kirchdorf zum „Fabrikdorf“. In diese Zeit, nämlich 1856, fällt auch die Verleihung der Stadtrechte an Bergisch Gladbach, das in den Folgejahren zum wirtschaftlichen Zentrum der Region heranwächst, und dem Sand als Ortsteil angehört. Ende des 19. Jahrhunderts ist wieder eine neue Kirche erforderlich, da die alte Kirche von 1657 zu klein ist. Die neue Kirche wird 1881 dem Heiligen Severin geweiht, der auch zuvor schon Dorf- und Schutzpatron ist.

Aus dem Inhalt

Die Kirche St. Severin
Der alte Dorfbrunnen
Das Wegekreuz Weier
Die alte Ziegelei
Der Rittersitz Dombach
Die Rochuskapelle
Die alte Kölnische Straße
Der Wiedenhof (Pfarrhof)
Der Oberlerbacher Hof
Die Oberlerbacher Mühle
Kaltenbroich
Das Wegekreuz Odenthal
Die Quelle Kaltenbroich
Der Lerbacher Wald
Das Lerbacher Kreuz
Haus Lerbach
Die Sander Schulen
Haus Schwäke
Das alte Pfarrhaus
Alter Kirchhof und alte Kirche